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Kupferbehälter

Wenn man Löten kann, dann muss man einfach auch mal versuchen etwas größeres zu löten. Deshalb habe ich ohne schon einen genauen Verwendungszweck zu haben einen kleinen Kupferbehälter gelötet.

Dieses Bild zeigt den fertig gelöteten aber noch nicht lackierten Kupferbehälter.

Verwendet wurde 0,5mm Kupferblech und Zinn-Kupfer-Lot (SnCu3), für den Endschliff wurde gussgrauer Lack aufgebracht. Dadurch versteckt man zwar das schöne Kupfer, aber besonders die untere Lötnaht sah nicht mehr sehr schön aus, da man sehr viel hätte schleifen müssen um die Kupferflächen komplett von dem verlaufenden Lot zu befreien. So wurde nur Poliert und dann lackiert.

Die etwas ungewöhnliche Form sieht zwar auf den ersten Blick schwerer aus, als ein einfacher Zylinder. Dem ist aber ganz und gar nicht so, denn Deckel und Boden des Zylinders sind bei so dünnem Kupferblech nicht sehr stabil und damit immer etwas schief. Was nicht nur später negativ auffällt wenn die Fläche verbeult, sondern auch das einlöten erschwert. Durch die Kegel hat man einen Boden, der Stabil ist und sich sogar im Durchmesser leicht federnd anpasst.

Auf dem Foto sieht man den trichterförmige Kupferdeckel.

Zuerst habe ich den Deckel gelötet, dazu habe ich einfach einen etwas zu großen Kreis auf das Kupferblech gezeichnet und dann ausgeschnitten. Um den Kegel herzustellen habe ich an einer Ecke ein »Tortenstück« herausgeschnitten. Der Ausgangskreis muss etwa so groß sein, dass der nach dem Herausschneiden übrig bleibende Umfang etwa noch 6 Zentimeter größer als der Umfang des endgültigen Zylinders ist. Nun kann man aus der eingeschnittenen Scheibe einen Kegel formen, dabei sollte sich ein Teil des Kupfer überlappen um eine gute Lötverbindung zu erhalten. Nachdem man den Zylinder fixiert hat kann man mit seiner Schablone den endgültigen Kreis einzeichnen und das Material, welches am Rand über ist alle 2mm mit der Blechschere einschneiden. Diese Fransen biegt man nun sauber um, so dass das Ergebnis so aussehen sollte.

So sollte der Fransenrand etwa aussehen.

Dadurch bekommt man die nötige Überlappung um den Mantel fest mit dem Deckel zu verlöten. Um ein wenig steuern zu können, wohin das Lot fließt kann man die Bleche vor dem ersten Löten leicht anglühen lassen. Dadurch werden sie nicht nur weicher, also leichter in Form zu bringen, sondern sie überziehen sich mit einer feinen Oxid-Schicht. Nun nur die Stellen, die sich mit dem Lot verbinden sollen wieder Polieren und das Lot bleibt besser in dem gewünschten Bereich.

Dann folgt der Mantel. Er besteht aus einem Kupfer-Streifen, welchen man zu einem Rohr verlötet. Dazu habe ich ihn auch erst wieder kurz leicht glühen lassen und danach die Lötflächen poliert und verzinnt. Dazu eignet sich bleifreie Fitting-Lotpaste. Nun die Überlappungen passend mit zwei Zangen fixieren und das Rohr verlöten. Der Deckel sollte nun sauber in das Rohr passen.

Das aus einem Kupferblech hergestellte Kupferrohr.

Um nun beide Teile zu vereinen, ohne dass das Rohr wieder aufspringt habe ich das Rohr einfach 1cm hoch in ein Wasserbad gestellt. Dadurch wird die eine Seite kühl gehalten. Wenn man das Kupfer ordentlich in Form gebracht hat reicht diese kleine haltende Lötstelle, damit das Rohr seine Form behält und auch oben nicht auseinander geht. Den Kegel kann man nun noch einige Millimeter im Umfang anpassen und dann einfach beide Teile mit viel Lot verbinden. Dabei muss der Spalt überall wirklich fein sein, sonst läuft das Lot durch.

Dieses Bild zeigt den eingelöteten Kupferdeckel von innen.

Hier sieht man die Lötnaht des Deckels von außen.

Ja, von innen sieht es nicht so schön aus, von außen ist es aber in Ordnung. Der Boden wird dann genauso wie den Deckel herstellen. Die Flasche bekommt nämlich einen nach innen gewölbten Boden, wieder wegen der Stabilität.

Der Boden des Behälter, ähnlich geformt wie der Deckel.

Es werden alle nötigen Flächen verzinnt und dann der Boden in die richtige Position geklemmen. Zum Löten habe ich den Zylinder etwa in der Hälfte mit etwas feuchtem Stoff umwickelt, dadurch wird die eine Seite vorm Aufschmelzen geschützt.

Beim ersten Versuch war der Boden nicht richtig dicht, weil in dem Übergangsbereich zwischen der glatten Fläche des Kegels und dem Fransenrand sich noch ein paar Stellen nicht mit Lot gefüllt hatten. Also musste ich noch eine Weile drauf »rumbraten«, letztendlich war es dann doch dicht.

Der eingelötet Kupferboden.

Dann kam das Abschleifen und anschließend die Lackierung. Das Ergebnis kann dann so aussehen.

Das Foto zeigt den fertig lackierte Kupferbehälter.

Die Flasche ist erfreulicher Weise komplett dicht und hat einen Drucktest (Vorsicht: Flasche komplett mit Wasser füllen!) von 5 Bar gut überstanden.

Erstellt im August 08